Leo Feyer im Interview

Auf der Contao Konferenz 2016 in Bad Honnef konnte Christian ein exklusives Interview mit Leo Feyer, dem Erfinder und Core-Entwickler von Contao, aufzeichnen.

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Interview mit Leo Feyer (30,6 MiB)

Transkript des Interviews für Schnellleser:

Christian: Hallo Leo.

Leo: Hallo Christian.

Christian: Super, dass Du Zeit hast, auf der Konferenz jetzt hier in Bad Honnef mir ein kurzes Interview zu geben. Vielleicht kannst Du mal den Leuten erzählen, wer Du eigentlich bist.

Leo: Ja. Mein Name ist Leo Feyer. Ich bin 39 Jahre alt. Bin Geschäftsführer der Firma Feyer Media aus Wuppertal.

Christian: Super. Und Contao gibt es ja mittlerweile jetzt schon sehr lange. Sogar jetzt zehn Jahre. Das war dieses Jahr.

Leo: Ja, im März.

Christian: Und wie viel Zeit investierst Du eigentlich täglich oder wie viel Zeit hast Du insgesamt bisher schon für Contao investiert?

Leo: Ja, das ist schwierig zu sagen. Weil es gibt immer mal wieder Phasen, da arbeite ich nur für Contao. Acht oder zehn Stunden pro Tag. Dann gibt es auch wieder Phasen, da arbeite ich mal gar nicht für Contao, weil ich in anderen Projekten bin. Aber ich würde mal sagen, so im Schnitt würde ich sagen vier bis fünf Stunden pro Tag, fünf Tage die Woche, zehn Jahre. Also sagen wir mal so, das sind schon über 10.000 Stunden glaube ich.

Christian: Wahnsinn.

Leo: Alleine von mir.

Christian: Wahnsinn. Und das ist ja ein Open Source Projekt. Das heißt, wie verdienst Du eigentlich Dein Geld dann, wenn das ein Open Source Projekt ist? Dann ist es ja erst mal so, dass da keine Lizenzkosten anfallen für Contao.

Leo: Das ist richtig, ja. Also mit der Software an sich lässt sich kein Geld verdienen, gibt kein Lizenzmodell.

Christian: Genau.

Leo: Sondern man muss eben schauen, man muss quasi einen zweiten Beruf nebenbei haben.

Christian: Ja.

Leo: Und in meinem Fall ist das, ich bin Serveradministrator. Ich habe eine kleine Hosting-Firma. Dann biete ich ja noch das Live-Update an und den Theme-Store betreiben wir. Und natürlich gibt es auch die Partnergebühren. Also wir haben ja so ein Partnerlisting und die Partner zahlen, um auch da dabei zu sein. Und das schafft mir schon mal viel Freiraum, sage ich mal, um zu sagen, ich kann die vier, fünf Stunden pro Tag auch investieren.

Christian: Okay. Super Leo. Und setzt Du auch dann, weil Du ja sagst, Du bist auch Consulting und so, eigene Kundenprojekte um? Also so klassische Web-Design-Projekte oder so was?

Leo: Früher habe ich das mehr gemacht. Inzwischen ist das nicht mehr so. Also ich werde ab und an mal angefragt als Consultant. Dann fahre ich irgendwo hin und dann wird halt besprochen, wie man irgendwas am Besten umsetzt. Aber ich setze selber dann nicht aktiv um. Also höchstens meine eigenen Projekte.

Christian: Okay. Und da immer mit Contao oder programmierst Du auch teilweise mit anderer Software?

Leo: Also Symfony ist durchaus mal noch mit dabei. Aber ansonsten ist es eigentlich hauptsächlich Contao.

Christian: Dann trifft es sich ja jetzt gut, dass Contao auch mit Symfony arbeitet.

Leo: Ja, ja, klar. Hängt alles zusammen.

Christian: So Leo, ich habe da ein paar Fragen von unseren Newsletter-Abonnenten.

Leo: Ja.

Christian: Und die möchte ich jetzt einfach mal kurz stellen. Vielleicht kannst Du dazu was sagen. Und zwar haben wir vom Hans-Jörg: "Was würde eigentlich passieren, wenn eines Tages, aus welchem Grund auch immer, Du nicht mehr für Contao zur Verfügung stehst?"

Leo: Ja, dann gehe ich mal stark davon aus, dass die anderen Mitglieder aus dem Coreteam das dann weiterführen würden.

Christian: Vielleicht kannst Du mal kurz erklären, es gibt ja nicht nur dich bei Contao, sondern es gibt ja auch noch andere, die…

Leo: Ja, genau. Also das Coreteam besteht momentan aus fünf Leuten. Da ist der Andreas Schempp, der Yanick Witschi, der Martin Auswöger und der Christian Schiffler. Und wir sind jetzt gerade noch dabei ein, zwei Leute anzuwerben, damit wir ein bisschen mehr Manpower haben. Und ich bin dann sozusagen ein Fünftel. Wenn ich wegfalle, dann machen die anderen vier Fünftel halt weiter.

Christian: Das ist ja der Gedanke von Open Source. Das heißt, durch das ist ja auch gewährleistet, dass jemand anderes sich in den Code einarbeiten kann und einfach dann das Projekt weiterführen kann.

Leo: Ja. Und die Vier sind schon eingearbeitet. Und dann gibt es ja auch noch die Contao-Association, die würde auch dafür sorgen, dass es irgendwie weitergeht. Also da muss man sich, denke ich, jetzt nach zehn Jahren keine Sorgen mehr drum machen.

Christian: Ja. Super. Dann, der Jan frägt. Die Benutzerfreundlichkeit von Contao ist, denkt er, an mancher Ecke noch zu verbessern. Und er hat auch hier schon teilweise Vorschläge gemacht, über GitHub. Aber seine Vorschläge wurden nicht sofort umgesetzt oder vielleicht stehen sie irgendwo. Wie siehst Du das? Wenn Vorschläge nicht umgesetzt werden oder wenn man denkt, dass ein Vorschlag nicht umgesetzt wird.

Leo: Ja. Also ich kenne die Problematik. Wir haben 430 offene Tickets oder so. Das Problem ist halt, es ist Open Source und jeder Entwickler priorisiert halt für sich. Und jeder Entwickler macht halt das, woran er arbeiten möchte, was er wichtig erachtet. Und ich habe da relativ wenig bis keinen Einfluss, zu welchem Thema dann Pull-Requests kommen und welche Tickets dann bearbeitet werden.

Christian: Wenn Du schon sagst, Du hast keinen Einfluss, gibt es irgendwo so ein Votingsystem, wo man sagen kann, dieses Feature möchte ich. Oder wo die Community sagt, das sind Features, die sollte man möglichst schnell umsetzen?

Leo: Ja also auf GitHub gibt es oft so Tickets, da sind 20, 30 plus eins Einträge und so. Das merken wir natürlich schon. Und in der Regel ist uns selber dann so ein Thema auch wichtig. Aber für denn Fall, dass jetzt mal wirklich irgendein Feature gar nicht umgesetzt wird oder lange dauert, könnte man auch einfach einem Entwickler ein bezahltes Angebot unterbreiten, damit er das umsetzt. Dann geht das im Zweifel auch schneller.

Christian: Also ich habe hier jetzt auf der Konferenz ein paar sehr fähige Entwickler kennen gelernt, die sicher bereit sind, Dir da weiterzuhelfen. Dann (...) ich habe hier irgendwo mal, ich weiß nicht mehr wo, im Forum oder in Community oder irgendeinem Gespräch gehört, dass der Internet-CSS-Editor von Contao eventuell mal wegfallen sollte, könnte.

Leo: Ja. Also, ja, sicher, wir haben inzwischen andere, bessere/ naja, bessere, es kommt immer darauf an, wie der eigene Workflow ist, aber wir haben Alternativen zum internen CSS-Editor. Nämlich SCSS und SASS. Also SCSS. Und mit den ganzen CSS 3 Features, die es jetzt auf dem Markt gibt, ist sicherlich der interne Editor an seine Grenzen gestoßen, sage ich mal. Also ich meine, ich kann zwar alles im Feld eigener CSS-Code irgendwie reinfriemeln, aber irgendwann kommt der Punkt, da bin ich einfach schneller, wenn ich SCSS nutze. Also er ist nicht offiziell deprecated, aber der Trend geht halt irgendwie weg davon.

Christian: Und Du selber?

Leo: Ja, bei mir ist das auch so. Ich war früher immer glühender Verfechter. Aber auch ich muss jetzt sagen, also ich nutze gerne SCSS, weil ich damit einfach schneller bin, als mit dem internen Editor.

Christian: Also falls du noch den internen Editor benutzt, dann schau dir mal SCSS an oder SASS, um einfach mal zu sehen, was da möglich ist. Und ich kann dir auf jeden Fall empfehlen, Contao bietet hier auch wieder tolle Features. Das bedeutet, du kannst SCSS schreiben, ohne, dass du dieses vorher irgendwo kompilierst. Das übernimmt Contao für dich vollständig und automatisch.

Leo: So ist es.

Christian: Also wieder mal ein tolles Feature von Contao, das andere Systeme nicht bieten können. Noch mal eine Frage für dich. Und zwar, verwendest Du selber den Layout-Builder? Oder verwendest Du Frameworks wie Bootstrap oder Foundation für Deine Projekte?

Leo: Also ich setze schon/ also den Layout-Builder, den verwende ich meistens schon. Weil es einfach schnell gemacht ist.

Christian: Ja.

Leo: Drei Klicks, ist das Ding zusammen. Aber ich habe auch/ Hostingwerk glaube ich, habe ich mit dem Grid-System von Bootstrap umgesetzt, weil da klar war, dass es kein/ also es ist zwar mehrspaltig geworden, aber es war nicht dieses klassische "linke Spalte, rechte Spalte". Und da war ich einfach flexibler mit dem Bootstrap. Also ich bin da nicht festgelegt.

Christian: Vielleicht Leo noch kurz, manchen sagt jetzt das Wort Hostingwerk nichts. Was ist denn Hostingwerk?

Leo: Hostingwerk, so heißt meine Hostingfirma. Unter dem Namen bieten wir Webhosting und Managed Server an.

Christian: Immer wieder mal hört man, dass sich das Backend von Contao sehr altbacken anfühlt und dass da irgendwie nichts passiert. Und vielleicht kannst Du uns sagen, was wird da kommen? Gibt es ein neues Backend? Oder was passiert da?

Leo: Ja. Das ist sogar schon fertig. In der 4.2. haben wir jetzt ein komplett überarbeitetes, modernisiertes Backend vorgestellt. Gerade gestern auf der Keynode. Und da haben wir einen Förderantrag über die Association eingereicht, um ein neues Icon-Set zu kriegen. Das ist da auch mit drinnen verarbeitet. Und dann haben wir noch ein bisschen die Schrift angepasst und ein bisschen die ganzen 3D-Effekte rausgenommen. Sodass das wirklich alles ein bisschen moderner und freundlicher daherkommt. Also das ist sogar schon fertig, kann man schon nutzen.

Christian: Das heißt, jeder, der das jetzt anschauen will, soll einfach mal auf Contao.org gehen und sich die aktuelle 4.2. runterladen. Oder über GitHub.

Leo: Ja momentan sind wir noch im Release-Candidate-Status. Das heißt, es gibt es noch nicht über Contao.org, sondern momentan müsste man noch auf GitHub gehen. Aber das ändert sich jetzt Mitte, Ende Juni, kommt die Stable. Und dann ist das für alle auch über Contao.org.

Christian: Super. Die Contao-Association hast Du kurz nur erwähnt. Vielleicht können wir da noch zwei Worte drüber verlieren. Die Association ist quasi ein Verein, der sich zur Aufgabe gemacht hat, Contao zu unterstützen.

Leo: Ja. Es ist ein Förderverein. Also die Association sammelt Geld, generiert irgendwie Geld, indem sie zum Beispiel die Veranstaltungen durchführt und dann den Gewinn quasi wieder in den Pott schmeißt. Und aus dem Pott wird dann alles Mögliche um Contao rum finanziert, also nicht nur Core-Entwicklungen oder so, sondern auch, wenn man jetzt sagt, hier ist ein super Projekt, aber der Entwickler, der braucht irgendwie finanzielle Unterstützung, weil er sonst die Zeit nicht hat. Und so. Für genau solche Sachen ist die Association gut, die das dann eben fördert. Ein klassischer Förderverein.

Christian: Also wer sich das mal anschauen will, einfach mal auf die Webseite der Association schauen. Hier gibt es dann weitere Infos. Noch eine Frage an dich, Leo. Es gibt ja viele Erweiterungen für Contao. Gibt es denn eine Erweiterung, die Du selber nutzt? Oder gibt es mehrere, die Du gerne nutzt und einsetzt für Deine Projekte?

Leo: Ja. Ich bin in großer Fan von Haste. Haste für Contao. Das haben der Yanick und der Andy von Terminal 42 programmiert zusammen mit dem Kamil aus Polen. Und das ist im Prinzip eine Erweiterung für Entwickler, die halt viele Abkürzungen, sage ich mal, und viele Tools, wie zum Beispiel/

Christian: Also so ein Schweizer Messer für Entwickler.

Leo: So könnte man es sagen. Genau. Damit kommt man wirklich schneller ans Ziel. Und die habe ich gerne im Einsatz, die Erweiterung.

Christian: Und so klassische Erweiterungen wie jetzt, was jetzt der Standardwebdesigner mal/ Standardwebdesign ist schon schwierig, aber Notification Center oder/

Leo: Notification Center oder auch Language, Change-Language und so weiter, klar. Da kommt man ja fast nicht drum herum.

Christian: Also auch contao.org läuft sicher mit Erweiterungen, oder?

Leo: Ja klar. Die Change-Language-Erweiterung haben wir auf jeden Fall im Einsatz. Und da sind noch ein paar, die ich jetzt aber nicht auswendig weiß.

Christian: Ja, das ist an sich auch schwierig. Das sind im Moment über 1.800 im ER2. Dann kommen noch ein paar dazu, die es momentan nur auf Packages gibt. Es ist schwierig, da den Überblick zu behalten momentan. Aber wir arbeiten dran, dass das wieder mehr zentralisiert wird.

Christian: Kommen wir mal noch mal zum Thema Contao 4. Im Moment ist es ja so, dass Contao 4 bereits schon in Version 4.2 verfügbar ist. Und viele in der Community verwenden eigentlich ausschließlich Contao 3.5. Und meine Frage ist, ist das wirklich berechtigt, dass man noch die 3.5 nutzt? Es gibt auch schon manchmal das Gerücht, dass Contao 4.2 eigentlich gar nicht stable ist, sondern beta. Was würdest Du dazu sagen?

Leo: Ja also Beta ist es auf gar keinen Fall. Contao 4 ist total stable, ist auch schon produktiv im Einsatz. Also ich kenne mehrere Projekte, die mit Contao 4 laufen. Sicher ist es so, dass momentan für die Drei mehr Erweiterungen verfügbar sind. Und ich denke, das ist auch einer der Hauptgründe, warum die Leute momentan noch eher zur 3 greifen, weil sie halt da wissen, da kann ich die zehn Erweiterungen, die ich brauche, auch installieren. Und bei Contao 4 muss die Erweiterung erst freigegeben werden. Es ist eigentlich kein Problem sie umzustellen. Also wir haben wirklich drauf geachtet, dass die Erweiterungen von der 3 auch unter der 4 laufen. Es muss nur der Entwickler in seiner composer.json sagen, ich bin für beides kompatibel. Und das haben halt nur nicht alle gemacht.

Christian: Okay das heißt, hier ein Appell an die Entwickler, wer mal Zeit hat, schaut einfach mal über seine Erweiterungen drüber und prüft, ob die auch für Contao 4 freigegeben werden können und setzt dann einfach die nötigen Infos, dass das für die, die nicht entwickeln können, auch wieder funktioniert.

Leo: Ja. Das wäre super.

Christian: Wir haben vorher schon mal kurz über die Contao 4.2 gesprochen. Was gibt es denn da jetzt für coole Features, die den Umstieg auf Contao 4 auf jeden Fall lohnenswert machen?

Leo: Da gibt es eine Menge coole neue Features. Also natürlich angefangen vom neuen Backend, aber ich habe auch in der Keynote so einen Vergleich gemacht. Was hat Contao 4, was Contao 3.5 nicht hat. Und da sind schon echt ein paar coole Sachen zusammen gekommen. Vor allem so Usabilitygeschichten wie zum Beispiel Filter im Treeview und so, was es halt früher nicht gab. Am besten ist eigentlich, wenn ihr euch die Folien anschaut von meiner Keynote. Die sind alle online.

Christian: Und zwar findet ihr die unter?

Leo: Auf der Contao Konferenz Webseite werden die auf jeden Fall verlinkt. Oder sogar direkt auf Contao.org. Also in den nächsten Tagen kommt da auf jeden Fall eine News dazu.

Christian: Super Leo. Man hört ja immer, dass Contao 4 höhere Anforderungen oder es entsteht der Eindruck, durch das, dass man auf der Konsole arbeiten muss und dass manche irgendwie nicht klar kommen damit, dass Contao 4 viel höhere Anforderungen hat, sowohl an das System, als auch an den Entwickler oder an den Benutzer. Wie siehst Du das?

Leo: Also was das Hosting betrifft, denke ich mal, kann ich die Aussage nicht unterschreiben. Weil der einzige Unterschied ist eigentlich tatsächlich, wie Du schon gesagt hast, dass wir jetzt die Kommandozeile brauchen, noch, wir arbeiten ja schon daran, dass es da auch eine Gui gibt. Und meiner Meinung nach ist SSH-Zugriff, also Zugriff auf die Kommandozeile, eine Sache, die heutzutage bei jedem Hosting dabei sein sollte. Und meiner Erfahrung nach ist es auch bei ganz vielen dabei. Selbst, sage ich mal, große Firmen wie 1&1, die nicht immer ganz am Puls der Zeit sind, von den Features, selbst die haben inzwischen SSH-Zugang.

Christian: Also man sollte sich auch beim Hosting mal überlegen, ob es nicht vorher mal schlau ist, sich zu informieren, was bietet das Hosting mir eigentlich. Und ich schaue nicht immer auf freien Speicherplatz, sondern auch auf so Dinge wie SSH-Zugang, was ja auch mit Sicherheit zu tun hat. Und wenn es nicht klappt, dann gibt es ja auch andere Anbieter, die sicher gutes Hosting für Contao anbieten können.

Leo: Ja. Und wie gesagt, wir arbeiten daran, dass es auch wieder eine Web-Gui gibt, dass man dann quasi wieder ohne Kommandozeile auskommt.

Christian: Ja. So Leo, langsam kommen wir schon Richtung Ende. Es steht immer wieder die Frage im Raum, für wen ist denn eigentlich Contao? Oder welche Zielgruppe möchtest Du mit Contao bedienen?

Leo: Habe ich auch lustigerweise jetzt gerade in einer Keynote wieder einmal gesagt. Wir haben eine ganz, ganz breite Nutzerbasis. Und eigentlich eine viel kleinere, schmalere Zielgruppe. Also ich sehe Contao vor allen Dingen im Bereich Contentmanagement bis so in den ersten kleineren Bereich Enterprise rein. Hauptsächlich halt für Agenturen auch, irgendwie die auch Bedarf haben an CMS-Funktionalität. Weil viele setzen auch irgendwie eine Seite um mit 20 Unterseiten, die sind alle statisch. Da ändert sich einmal im Jahr was. Das ist eigentlich kein klassischer Fall für ein CMS. Also da ist die Bedarfsfrage irgendwie.

Christian: Also wir müssen vielleicht dann das Wort CMS noch mal definieren. CMS bedeutet ja Content-Management-System. Und wer statische Inhalte ausliefert, der managet hier nichts. Das heißt, der könnte rein theoretisch auch eine statische Webseite mit klassischem HTML schreiben.

Leo: Ja. Mit irgendeinem/ Adobe Muse oder was auch immer, was es da für Editoren gibt.

Christian: Kommen wir zur letzten Frage Leo. Contao ist jetzt zehn Jahre irgendwie präsent. Was denkst Du oder was wünschst Du dir, was Contao in zehn Jahren erreichen kann oder wie Contao in zehn Jahren verbreitet ist.

Leo: Also auf jeden Fall wünsche ich mir, dass Contao in zehn Jahren überhaupt noch relevant ist am Markt.

Christian: Relevant am Markt. Du sagst wo; es gibt ja irgendwo Vergleiche, wo man nachschauen kann, wie relevant Contao im Moment ist.

Leo: Relevant heißt, dass es überhaupt noch irgendwelche Leute einsetzen und dass nicht, weiß ich nicht, schon fünf neue CMS draußen sind, die alle viel besser sind und die Großen jetzt ablösen, sage ich mal. Also ich wünsche mir einfach, dass wir noch dabei sind in zehn Jahren.

Christian: Okay.

Leo: Und ich wünsche mir auch, dass die Leute, die jetzt dabei sind, dass ich die in zehn Jahren auch noch alle sehe. Weil das sind wirklich Freundschaften entstanden, in den letzten zehn Jahren. Und sind Leute zusammen gekommen, die wirklich gut zusammenarbeiten können. Und es wäre natürlich super, wenn das so weiter geht. Würde mich sehr freuen.

Christian: Das habe ich jetzt auch auf der Konferenz wieder festgestellt, man trifft einfach coole Leute, macht viel Spaß mit denen sich zu unterhalten und man lernt im Endeffekt auch außerhalb der Vorträge so viel Neues kennen, dass es sich immer wieder rentiert, hier auf die Konferenz zu gehen. Wie siehst Du das, Leo?

Leo: Ja sehe ich auch so.

Christian: Ja, ich denke, das war es dann vorerst mal. Danke für Deine Zeit.

Leo: Gerne.

Christian: Und dann hoffen wir mal, dass in zehn Jahren Contao.

Leo: Ja, machen wir wieder ein Interview in zehn Jahren.

Christian: Wir machen es so, genau.

Leo: Und gucken mal, was wir erreicht haben.

Christian: Das wäre eine super Idee.

Leo: Ja.

Christian: Also was sagen wir zu unseren Zuschauern? Tschau und Danke. Daumen hoch für Contao.

Leo: Bis bald.

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Über den Autor
Christian Feneberg (Gründer Fenepedia)

Christian Feneberg ist der Gründer der Contao-Academy und nutzt seit 2010 Contao. Neben Contao begeistert er sich für Online-Marketing, Unternehmertum und Persönlichkeitsentwicklung.

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4 Kommentare

Torsten |

Das ist ein prima Interview. Danke an Leo und Christian. :-)

Sandra |

Tolles Interview :-)

Vielen Dank

Michael |

Ich finde das solche Videos viel zu selten entstehen. Hier bietet sich eine rießige Chance von der Basis an die User zu gehen … Danke Euch!

Jens |

Von mir auch ein Lob: Ein toller Einblick, sehr sympathischer und motivierender Auftritt beider Protagonisten. Klasse, und gern mehr davon auch vor Ablauf von 10 Jahren.

PS: Fürs nächste Projekt kommt 4...

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